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Stellungnahme zum Lärmaktionsplan

Ökolöwe fordert eine Kosten-Nutzen-Analyse und kostengünstige Sofort-Maßnahmen

25. Juli 2011 drucken


Während der Ökolöwe in seiner Stellungnahme das Online-Lärm-Forum der Stadt lobend als eine wirkliche Innovation herausstellt, gibt er dem Entwurf zum Lärmaktionsplan keine gute Noten.

„Zum einen betrachtet der Planentwurf nur einen Teil des Stadtgebiets.“, so Tino Supplies, verkehrs-
politischer Sprecher des Ökolöwen. „Zum anderen sieht der Entwurf vor, Maßnahmen gegen Lärm erst beim Überschreiten von 60 dB (A) nachts und 70 dB (A) tags zu ergreifen – diese Grenzwerte liegen weit über den Empfehlungen des Umweltbundesamtes.“

Was bisher völlig fehlt, sind kurzfristig wirksame Maßnahmen, die mit viel geringerem finanziellen Aufwand
zu haben sind. Deutlich wird das am Beispiel der Georg-Schumann-Straße, die mit Abstand zu den lautesten Magistralen in Leipzig gehört:

„Der Lärmaktionsplan führt hier eine grundhafte Sanierung an. Allerdings kann die, auch aufgrund der finanziellen Lage der Stadt, frühestens in fünf bis zehn Jahren begonnen werden. Weitere zehn Jahre
Verfall lassen sich der Georg-Schumann-Straße aber nicht mehr zumuten.“, so Supplies.
„Dabei könnte man hier rasch und einfach eine Initialzündung schaffen. Die Lebensqualität der Anwohner und die Einkaufsbedingungen ließen sich durch das Abmarkieren von Radfahrstreifen und PKW-Stellplätzen sowie durch eine temporäre Begrünung schon im nächsten Jahr spürbar verbessern.“

Der verkehrspolitische Sprecher des Ökolöwen weist damit auf das größte Manko des Planentwufs hin:
„Dem Lärmaktionsplan fehlt in der vorliegenden Form eine Kosten-Nutzen-Analyse und das, obwohl die Umgebungslärmrichtlinie Angaben finanzieller Art verlangt. Ohne diese Angaben lässt sich zwischen verschiedenen Maßnahmen, die das selbe Ziel verfolgen, nicht abwägen. Überhaupt nicht dargestellt ist,
nach welchem Zeitraum sich die Senkung der Lärmbelastung volkswirtschaftlich rechnen wird.“

Eine engagierte, strategische Lärmminderungsplanung hilft nicht nur die Gesundheit von zehntausenden Leipzigern zu schützen, sie verschafft der Stadt auch einen Standortvorteil auf dem Wohnungsmarkt und
sorgt für zusätzliche Steuereinnahmen. Andere Städte konnten nachweisen, dass sich die Umsetzung des Lärmaktionsplans für die Kommune nach spätestens drei Jahren rechnet. 

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