Maßnahmen zum Schutz vor Lärm

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Foto: Marc Wiemers / GRÜNE LIGA Bundesverband

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Um eine wirksame Lärmminderung für eine Vielzahl von Betroffenen zu erzielen, reichen einzelne Vorhaben in der Regel nicht aus. Wir brauchen ein Gesamtkonzept aus unterschiedlichen Maßnahmen, deren Potentiale effektiv ineinander greifen. Dabei gibt es grundsätzlich vier Ansätze, die wir kombinieren können.

Vermeidung von Lärm

Der wirksamste Ansatz innerhalb eines umfassenden Lärmschutzkonzeptes ist die Vermeidung von Lärm. Es versteht sich von selbst – dort wo es weniger Verkehr gibt, entsteht auch weniger Verkehrslärm. Es müssen daher alle Potentiale genutzt werden, damit wir unseren Alltag mit einem geringeren Verkehrsaufwand meistern können. Für Wege, die sich nicht vermeiden lassen, kommt geräuscharmen Verkehrsträgern wie dem Fahrrad eine große Bedeutung zu. In vielen Lebensbereichen nutzen wir laute technische Geräte, die uns die Arbeit erleichtern. Eine Möglichkeit, die der Gesetzgeber dabei schon vorsieht, ist die Beschränkung lauter Tätigkeiten auf bestimmte Tageszeiten.

Lärmminderung an der Quelle

Es gibt Straßen und Schienenwege, auf denen die Verkehrsbelastung kaum gesenkt werden kann. Im Straßenverkehr können dann leisere Fahrzeuge, Reifen und Fahrbahnen für weniger Schall sorgen. Generell bestehen bei vielen technischen Geräten, auf die wir heute nicht mehr verzichten wollen, noch große Potentiale für die Reduktion von Lärmemissionen. Ein Problem stellt jedoch der lange Zeitraum dar, in dem dieser Ansatz seine Wirkung entfaltet. Bis eine neue, leisere Generation von Fahrzeugen das Bild auf unseren Straßen und Schienenwegen dominiert, können Jahrzehnte vergehen.

Abschirmung

Abschirmung ist ein Mittel, wenn der Lärm an der Quelle nicht weiter zu begrenzen ist. Ein Beispiel dafür ist das Errichten von Lärmschutzwänden. Deren Anwendung ist allerdings innerhalb von Ortschaften aus städtebaulichen Gründen nur in Ausnahmefällen ein probates Mittel. Sinnvoller ist dort eine konsequente Blockrandbebauung, so dass die Innenhöfe der Häuser vor Lärm geschützt sind. Auch Gewerbelärm lässt sich abschirmen. Laute Motoren und Pumpen etwa können in Räumen betrieben werden, deren Auskleidung den Schall schluckt.

Passiver Schallschutz

Passiver Schallschutz ist die ungünstigste Methode zur Lärmminderung. Deutlich wird das am Beispiel von Schallschutzfenstern. Geschlossen können sie einen guten Schutz gegen Lärm bieten, nur möchten wir die Fenster Nachts zum Schlafen auch ankippen können. Zudem müsste an einer viel befahrenen Straße jedes in der Nähe liegende Gebäude mit solchen Spezialfenstern ausgestattet werden. Das ist sehr teuer. Passiver Schallschutz muss meist an sehr vielen Stellen ansetzen, geschützt wird jedoch nur der Innen- nicht aber der Außenraum. Freiräume wie Gärten und Parks bleiben ungeschützt.

Bei der Lärmaktionsplanung hat der Verkehrslärm die höchste Priorität. Für Freizeitanlagen, gastronomische Einrichtungen und Industrieanlagen gibt es bindende Grenzwerte, deren Einhaltung streng kontrolliert wird. Zudem wirken diese Lärmquellen oftmals nur an einem bestimmten Ort, während der Verkehr unsere Stadt in der Fläche belastet. Daher betrachten wir Maßnahmen für den Straßenverkehr, den Schienenverkehr und den Luftverkehr noch einmal genauer.